Léon DUSCHERER

Léon Duscherer

Léon Duscherer wurde 1898 in Mersch geboren als Sohn des Feuerwehrkommandanten Arthur Duscherer. Schon im Alter von 17 Jahren trat er 1915 der Merscher Wehr bei. Nach und nach erstieg er alle Sprossen, welche die Leiter der Hierarchie einem Feuerwehrmann zu bieten vermag. 1925 wurde er bereits Sektionsführer des Merscher Corps, dann Sekretär und Kommandant, dann Sekretär des Kantonalverbandes und, nach dem Ableben von Alfons Kuffer, Kantonalpräsident.

Sehr Großes leistete er auf dem Gebiet der Mutualitätsgesellschaften. Schon[JW1]  1933 wurde er Mitglied der „Commission supérieure d’Encouragement des Sociétés de Secours Mutuel”. Dieses Mandat wurde ihm regelmäßig erneuert, bis er 1949 zum Präsidenten der Kommission ernannt wurde; diesen Posten bekleidete er bis zu seinem allzu frühen Tode. Dem Mutualitätsgedanken widmete Léon Duscherer seine ganze Hingabe und seine ganze zähe Energie. Als Generalsekretär-Kassierer der Sterbekasse des Feuerwehrverbandes konnte er, besonders nach der Gründung der Caisse Chirurgicale, seinen ganzen Einfluss einsetzen, um dieses so ungemein soziale Werk allen Feuerwehrmännern zugänglich zu machen. Bei der Protection Civile hatte er das Amt eines Commissaire régional inne, und im Zentralvorstand des allgemeinen Feuerwehrverbandes hörte man gerne auf seinen sachkundigen Rat, der immer ein tiefes Wissen des Verwaltungswesens verriet und in einer inneren Überzeugung von dem hohen Wert des Feuerlöschwesens fundiert war. Ihm ist es zu einem nicht geringen Teil zuzuschreiben, dass in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg das Feuerlöschwerk in unserm Lande einen großen Aufschwung erlebte.

Überhaupt, jedes Mal, wenn es darum ging, der Idee des Löschwesens zu dienen oder einem Kameraden von der Wehr zu helfen, setzte Léon Duscherer sich bedingungslos ein, oft unter Hintansetzung aller eigenen persönlichen Vorteile oder Rücksichten. Es ist also kein Wunder, dass sein Wirken auch von den höchsten Instanzen anerkannt wurde. 1952 wurde ihm die Vermeille-Medaille und 1956 das Ritterkreuz im Orden der Eichenlaubkrone verliehen. Der Feuerwehrverband erkannte ihm das Verdienstkreuz in Gold und die „Médaille en or avec rosette” zu.

Auch außerhalb der Landesgrenzen war Kommandant L. Duscherer hochgeachtet. Gar oft vertrat er die Luxemburger Farben auf ausländischen Feuerwehrkongressen. 1961 wurde er mit der „Médaille d’Honneur en argent avec rosette des Sapeurs-Pompiers de la République Française” ausgezeichnet. Er war Ehrenmitglied der Feuerwehrverbände von England, Belgien, Frankreich und Holland.

Sehr vieles wäre noch zu sagen von seiner Tätigkeit in andern Sektoren des nationalen Lebens. Er war Sekretär-Kassierer des Kantonalverbandes der Imker, war jahrzehntelang Schriftführer des Syndicat d’initiative von Mersch, war seit 1948 Mitglied der Société Héraldique.

Seine innigste Liebe aber galt seinem Heimatort Mersch. Mit Benediktinerfleiß trug er in ungeheurer Sammeltätigkeit Material zusammen über die Ortsgeschichte. Er dachte, eines Tages, wenn er sich von seinem Geschäft und seinen zahlreichen Verpflichtungen gelöst haben würde und er die Muße eines beschaulichen Alters haben könnte, dieses Material zu einem größeren Werk zu verarbeiten. Aber das wurde ihm nicht vergönnt. 1961 begann er zu kränkeln und am 17. September 1962 erlag er einem hinterlistigen Leiden, knapp 64 Jahre alt.

Er hinterlässt das Andenken eines stillen, hilfsbereiten Menschen, eines hingebungsvollen, begeisterten Pompiers, eines vielseitigen geistig sehr regen Intellektuellen, kurz, eines Mannes, dessen Hinscheiden in allen Kreisen eine empfindliche Lücke hinterlassen hat.

Gaston FRINGS

In der Broschüre « 47e Congrès National à Mersch
les 9 et 10 septembre 1967 »


 [JW1]

Print Friendly, PDF & Email