Chronik R. Hilbert- Teil 6 – Einzug in das neue „Pompjes-Haus“

EINZUG IN DAS NEUE „POMPJES-HAUS“

 Das neue Feuerwehrlokal in der Gosseldingerstraße wurde am 24. Juni 1956 offiziell eingeweiht. In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Ed. Kraus hielt der Schöffe Camille Welter die Festrede.

In den folgenden Jahren konnten sowohl die Zahl der aktiven Mitglieder als auch diejenige der Ehrenmitglieder (über 300), bei etwas mehr als 400 Haushalte, kräftig gesteigert werden. Die Großeinsätze blieben, Gott sei’s gedankt, aus. Die Übungen, Materialprüfungen, litten an diesem Umstand keineswegs. Das Korps beteiligte sich auch an allen kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen der Gemeinde und des Kantons. Erstmals wurden auch Erste Hilfe Kurse von der Wehr organisiert. Im Januar 1957 wurde im neuen Spritzenhaus die Kantonaldelegiertenversammlung abgehalten und wenige Monate später, im Juni 1957, fand die groß organisierte Kantonaltagung statt. Die Gesellschaften wurden 13.45 Uhr am Bahnhof empfangen und nach dem Umzug durch Mersch am Michelsplatz von Kantonalpräsident Kieffer mit einer feierlichen Ansprache begrüßt. Die schöne Feier wurde mit flotten Märschen der hiesigen Musikgesellschaft umrahmt. Sodann vollführten die Feuerwehrleute in ihrem grünen „battledress“ stramme Paraden und gewagte Wendungen und bewiesen dem Publikum ihre fast militärische Ausbildung und Disziplin. Danach heulte die erst kürzlich montierte Alarmsirene auf dem Schlossturm auf. Ein simulierter Brand im Michelturm wurde binnen weniger Minuten unter Kontrolle gebracht. Die Kantonalversammlung fand im großen Saale der „Oeuvres paroissiales“ statt, in welcher Herr L. Duscherer wieder als Ausschussmitglied bestätigt wurde. Eine Kantonalfahne konnte erst am 28.06.59, gelegentlich des Kantonalfestes – in Rollingen/ Mersch, vom Merscher Dechanten KAYSER eingeweiht werden. Wir wollen auf die vielen Feiern dieser Art wegen Raummangels nicht allzu oft eingehen. Das Gleiche gilt für die unzähligen kleine Wald- und Kaminbrände. Erwähnungswert ist auch, dass viele Falschalarme mittels des Alarmauslösers, der sich neben der Eingangstüre des Stadthauses befindet, in beabsichtigter Weise von unverantwortlichen Elementen gegeben wurden. 1959 fiel die 1933 gekaufte Kantonalspritze endgültig aus. Sie hatte in all den Jahren viele Reparaturen erfordert. Da die „Gemeinde“ ein hochmodernes Fahrzeug mit Pumpe (Mercedes Fahrgestell – Aufbau Metz Typ LF 88) in Bestellung gegeben hatte, begnügte man sich mit Einverständnis des Generalinspektors, H. J.P. Kohl aus Bereldingen, bis zur Lieferung derselben, mit einer Ersatzpumpe TS8/8 der F.A.M.. Auch an der mechanischen Leiter wurden Reparaturen notwendig. Im Mai 1957 war bereits, nicht mehr benötigtes Material versteigert worden. Begrüßenswert war indes, dass die Ortschaft Mersch gemäß einer ausgeführten Kontrolle 47 funktionsfähige Hydranten aufweisen konnte Endlich, 1961, wird der moderne rote Feuerlöschwagen geliefert (Zulassungsnr. 61483).

Am 8.1.1961 erlitt der Unterkommandant der Felser Wehr, Jean Breyer, einen tödlichen Schlaganfall während einer Besprechung (Thema: Hydranten) anlässlich der Delegiertenversammlung im Spritzenhaus zu Mersch.

Auf der Kantonaltagung, die am 5.8.62 in Fels stattfand, wurde Kantonalvizepräsident Leo Duscherer zum Präsidenten gewählt. Als Kantonalsekretär- und Kassierer wurde der in Mersch ansässige und aus Lintgen gebürtigen Fränz Donnersbach in seinem Amt bestätigt. Leider konnte sich der neugebackene Präsident seiner Würde nicht lang erfreuen. Nach einer heimtückischen Krankheit starb er am 17.9.1962, kurz vor der Michelskirmes, im Alter von 64 Jahren. Mit ihm starb einer der ganz großen des Merscher Korps. Schon mit 17 Jahren war er der Wehr beigetreten und berufen die Nachfolgerschaft seines Vaters, dem legendären Feuerwehrkommandanten Arthur Duscherer, zu gewährleisten. Genau wie jener, hatte er die Leiter der Hierarchie des Feuerwehrverbandes bis zu den höchsten Stufen erklommen. Neben zahlreichen Ämter war er u.a. Generalsekretär-Kassierer der Sterbekasse des Verbandes. Bei der Protection Civile bekleidete er den Posten eines „Commissaire régional“. Natürlich war er auch Inhaber zahlreicher Orden. So war er 1961 anlässlich des Landeskongresses am 17.9. in Clerf, für seine Verdienste im Feuerlöschwesen mit der „Médaille d’Honneur en argent avec rosette des Sapeurs-Pompiers de la République Française“ ausgezeichnet worden. Leo Duscherer war auch leidenschaftlicher Lokalhistoriker und Verfasser von zahlreichen Studien seines Heimatortes.

Hilfeleistung war in den Jahren 1961 und 1962 erforderlich, als große Teile der Ortschaft infolge eines wolkenbruchartigen Gewitters überschwemmt wurden. Viele Keller in Untermersch mussten ausgepumpt werden. Sogar die Silozentrale forderte Hilfe an, da man befürchten musste, dass die Elektrozentrale von den Fluten in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

1963 wird die Kommandantenstelle neu besetzt, Laut den Wahlen in der Generalversammlung vom Januar 1963 sieht das Komitee jetzt folgendermaßen aus:

Kommandant: Nic Blasen
Unter-Kommandant: Fr. Donnersbach
Sekretär : Jacques Braun
Beisitzende : J. Beck, L. Blasen, A. Hubert, P. Koenig und A. Kohnen.

Nach der Demission von A. Hubert im Jahre 1965 tritt Christian Furger an dessen Stelle.

Zum neuen Kantonalpräsident wird Becker aus Fels ernannt. In derselben Delegiertenversammlung (31.3.1963 in Fels) wird der langjährige Feuerwehrmann Jak. Braun zum Kantonalkassierer gewählt.

1965 ereignet sich im bäuerlichen Betrieb von H. Kies in Angelsberg ein Großbrand, bei welchem, trotz der eiligst herbeigerufenen Wehren von Angelsberg, Fels, Mersch und sogar der luxemburger Berufsfeuerwehr, das Wohnhaus samt den Stallungen, den Futtervorräten und ein Großteil der landwirtschaftlichen Maschinen den Flammen zum Opfer fallen. Menschen und Vieh kommen nicht zu Schaden. Am Freitag den 28.5.1964 wütete der „rote Hahn“ in der rue Lohr (Haus Johanns). Der Brand verursachte einen Schaden in Millionenhöhe, – wobei der Wasserschaden größer war, als der Preis des Dachstuhles der abgebrannt war. Insgesamt 18 Mal war die Feuerwehr in den Jahren 1964 und 65 alarmiert worden. 2 Hydrantenkontrollen sowie zahlreiche Übungen fanden überdies statt. Am 11.09.66 versammelten sich die Wehren der 2. Kompanie von Mersch und der Sektionen von Beringen, Schönfels und Moesdorf/Pettingen zwecks Abhaltung einer großen gemeinsamen Geräte-Übung in Mersch. Bei dieser Gelegenheit kamen 3 Motorpumpen TS 8/8 zum Probeeinsatz. Die Übung stand unter der Leitung von Fränz Donnersbach der sich in der Folgezeit als eine Hauptstütze des Vereins erwies.

Weihnachten 1967 geht Mersch knapp an einer Katastrophe vorbei: Infolge der massiven Schneeschmelze stiegen die Flüsse aus ihrem Betten und überfluteten die Ortschaft mit gewaltigen Wassermengen. Mittels Sandsäcken wurden Keller und Fensterschächte abgedichtet. Vom „Sternenplatz“ bis zum Bahnhof, über die Eisenbahnlinie hinaus stand das Wasser und verwandelte das Gelände in eine gespenstige Seelandschaft. Das Wasser riss große Löcher in das Straßennetz. Der Verkehr musste zeitweilig gesperrt werden. Wie in Venedig musste per Boot der Verkehr zwischen den Häusern geregelt werden. Wie man nachträglich erfuhr, hätte alles noch schlimmer verlaufen können. In der Oberförsterei lagerten Pakete mit dem Giftgas „POLITHANOL“, das zum Ausräuchern von Fuchshöhlen verwendet wurde. Die Pakete hatten sich infolge des Wassereinbruchs aufgelöst und drohten giftige Gaswolken zu entwickeln. Dank des schnellen Einsatz des Feuerwehr konnte das Schlimmste verhütet werden. Montags, am Heiligabend, ging das Wasser ebenso schnell, wie es gekommen war, zurück. Die Heftigkeit dieser Naturkatastrophe bekamen übrigens zahlreiche Ortschaften des ganzen Landes zu spüren. Aber auch Erfreuliches ist aus diesem Jahre zu berichten. Ein Höhepunkt erster Güte war zweifellos das große Feuerwehrfest vom 09.10.67, als der Verband seine angegliederten Vereine zum 47. Nationalkongress nach Mersch aufrief. Die Vorbereitungen des Festes standen unter der Leitung des Organisationspräsidenten Dr. Henri Sinner aus Mersch und dessen Sekretär, Schullehrer Albert Schmit. Zum Fest erschienen Großherzog Jean, Großherzogin Joséphine-Charlotte, Innenminister Henri Cravatte, Verbandspräsident Henri Funk sowie zahlreiche Persönlichkeiten des Landes. Ein Jahr später fand ein ähnliches Fest hier statt, als sich am 26.05.68, anlässlich der Kantonaltagung der Feuerwehren sämtliche Korps des Kantons Mersch in unserer Heimatstadt vereinigten. Genau wie das Jahr vorher, wurde auch bei dieser Gelegenheit die Festrede von Dr. Sinner gehalten. Zu diesem Zeitpunkt stellte sich unsere Wehr Folgendermaßen vor:

Blasen Nik – Kommandant
Donnersbach Fränz – Unterkommandant
Braun Jacques – Kassierer
Laux Lucien – Sekretär und Sektionschef
Koenig Pierre – Sektionschef
Anton Kohnen – Fahnenträger
sowie den Beisitzenden J. Beck, Chr. Furger, Wagner E.

Kassenrevisoren waren die Herren E. Scheueren und Théo Watgen. Als aktive Mitglieder kennen wir: J.P. Emeringer, A. Urwald, N. Flammang, M. Blasen, M. Kraus, J. Peckels, J.P. Flammang, Félix Flammang, J. Kohnen, L. Blasen, J. Clesen, R. Rauchs, Th. Watgen, S. Mangini, E. Scheueren, H. Wolff, N. Wanderscheid und Fr. Mangini. In der Jugendsektion finden wir 7 Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren, die unter dem Befehl von Fr. Donnersbach stehen: G. Kohnen, E. Wolff, L. Scheer, E. Kiel, Ch. Lemmer und P. Wagner. Das Durchschnittsalter liegt unter 35 Jahren. Nur 3 Mitglieder waren zu diesem Zeitpunkt älter als 65. Im Kantonalvorstand befanden sich noch immer Jak. Braun als Kassierer und Fr. Donnersbach als Delegierter (adjoint) des Kantons.

Erinnern wir vielleicht bei dieser Gelegenheit an den damaligen Gemeinderat, der wie eh und je die Schirmherrschaft über die Wehr ausübte: E. Schroeder, Bürgermeister nebst seinen Schöffen E. Pfeiffer und Ed. Gudenkauf. Ratsmitglieder: M. Calteux, L. Colbach, J. Kellen, J. Kraus, A. Lacaf, J. Ries und Gust. Serres.

Die Jugendsektion war 1965 gegründet worden, nachdem der Landesverband die Jugendwehren kräftig förderte und Mersch 8 Jugendliche anmelden konnte. Diese Zahl wurde in der Folgezeit nicht mehr übertroffen. Erwähnen müssen wir auch, dass zahlreiche Feuerwehrleute die Kurse der Schule des Zivilschutzes in Schimpach besuchten.

1971 geschah auf dem Silogelände von Mersch ein Unfall, der leicht zur Katastrophe hätte ausarten können. Beim Manövrieren von Eisenbahnwaggons liefen rund 50 000 Liter Heizöl aus einem Zisternenwagen und bahnten sich ihren Weg zur Kanalisation hin. Mittels Ölbindemitteln wird unsere Feuerwehr bald Herr der Lage. Für gut geleistete Dienste schenkt die Verwaltung der Bauernzentrale daraufhin unserer tapferen Wehr 30 Einsatzhelme.

Im August 1972 geht ein schweres Gewitter über Mersch nieder, zahlreiche Bäume werden entwurzelt. Nur dank eines pausenlosen Einsatzes der Feuerwehr konnte der Verkehr aufrecht erhalten werden. Bei diesen Einsätzen kamen auch Motorsägen und Äxten zu Ehren. 1973 wird erstmals wieder seit langer Zeit der alte Brauch des „Burgbrennen“ auf dem „Krounebierg“ gepflegt. In der Folgezeit artete diese Veranstaltung zum wahren Volksfest aus. Trunk und Essen werden serviert und tragen zur guten Stimmung bei.

1974 erlebt der Verein mit einem Zeltfest am 19. und 20. Juli einen Bombenerfolg. Außer kleineren Bränden ist aus diesem Jahr zu berichten, dass die Wehr sich beim nationalen Wettbewerb in Redingen einen zweiten Platz hinter der Siegermannschaft Ettelbrück erringen konnte und zwar mit nur 2 Punkten Unterschied (366 für Ettelbrück, 364 für Mersch). Einen ähnlichen Erfolg konnte die Mannschaft in derselben Zeit anlässlich der 5. internationalen Feuerwehrolympiade im Hochhessichen BRÖNN erringen. Mit einem gut durchtrainierten Trupp unter der Leitung der Herren Luc. Laux, Loser Gast. und Pierre König konnte man sich mit 362 Punkte die Bronze-Medaille sichern.

1975 wird von der „Entente des Services d’incendie de la commune de Mersch“ eine gemeinsame St. Florian Feier in Schönfels organisiert. An dieser Stelle soll daran erinnert werden, dass diese Entente am 28.11.1967 im Beisein der Hauptvertreten der Sektionsfeuerwehren ins Leben gerufen wurde. Mit von der Partie waren Nik Blasen und Fr. Donnersbach (Mersch), E. Scheier und P. Pomes (Beringen), Roger Buttel (Moesdorf/Pettingen), J. Nicolay (Reckingen), René Crelo (Rollingen) und Albert Lacave (Schoenfels). Damals wurde auch die Vereinheitlichung der Ehrenmitgliederkarten von 50 auf 60 Fr. vorgeschlagen. Für die Träger bei Begräbnisse wird der Betrag von 500.- für Ehrenmitglieder und 200.- für solche die sich nicht im Besitz der Karte befinden, festgelegt. In diesem Jahr fand der Vereinsausflug nach Köln statt. Hierbei sollte sich im Laufe der Zeit eine enge Freundschaft zwischen den Wehren Köln und Mersch entwickeln. Am 15. August gab es einen Großbrand in Mariental dem einstigen adligen Frauenstift, das durch ein Dekret des österreichischen Kaisers Joseph II. vom 17.03.1783 geschlossen wurde. Die Weißen Väter, welche ab 15.08.1890 hier eine Missionsschule einrichteten, verließen Mariental im September 1974, nachdem der Staat die Niederlassung gekauft hatte. (12.000.000.-). Als das Feuer den ganzen rechten Flügel eingeäschert hatte, ließ „Papa Staat“ das Gebäude ein Jahr später wieder errichten.

Am 08.06.75 fand die Kantonaltagung in Reckingen statt, ein Jahr später wurde dieselbe am 27.03.76 im Festsaale der Gemeinde Mersch abgehalten. Anwesend war damals auch der neue Schöffenrat der Gemeinde: J. Dentzer (Bürgermeister) nebst den Schöffen Marcel Erpelding und Cam. Kleber. Im selben Jahre fand am 17.10. eine in Mode gekommene „Porte Ouverte“ statt, welche bei den Leuten gut ankam. Bei dieser Veranstaltung zeigte die Wehr im Haus Schon neben der Apotheke Mayrisch (heute Centre Médical) Übungen in punkto Lösch- und Rettungswesen, die von allen Anwesenden applaudiert wurden.

Am 17.01.77 starb im Alter von 69 Jahren das langjährige Vereinsmitglied Jacques Braun, der im Laufe der Zeit innerhalb des Vereins und auch auf kantonaler Basis die verschiedensten Funktionen zur Zufriedenheit aller ausübte: Sekretär, Kassierer, Fahnenträger, Sektionschef usw.

1978/79 kommt die Feuerwehr endlich nach langen Verhandlungen zu ihrem Tanklöschfahrzeug TLF, nachdem sowohl der Gemeinderat als auch das Innenministerium ihre Zustimmung gegeben hatten. Etwa um dieselbe Zeit wird aus eigenen Mitteln eine mobile Küche angeschafft, die beständig modernisiert wird. Alles in allem kostete dieses „Spielzeug“ den Verein im Laufe der Jahren mehr als 1.500.000.- Fr. Die fahrbare Küche kommt bei allen größeren Veranstaltung zum Einsatz.

Am 16.01.1983 findet die Generalversammlung des Verbandes in der Halle „IRBICHT“ in Beringen statt. Aus Altersgründen überlässt Blasens Neckel 1986 seinem Kollegen Pitt König den Kommandantenposten, den letzterer dank vieler angehäuften Erfahrungen zur Zufriedenheit aller bestens ausfüllt. So sind wir am Ende unserer langen Reise in die Vergangenheit angelangt. Natürlich konnte nicht alles eingehend beschrieben und erklärt werden z.B. die Relation zur Protection Civile, Kommentare über die verschiedensten Übungen, Berichterstattungen der hauptsächlichsten Interventionen, Aufbau der Jugendsektion, Personenbeschreibung der Verstorbenen, ausführliche Beschreibung des neuwertigen Materials und der Uniformen (z.B. der kürzlich erworbenen hochmodernen Schutzhelme nach Modell der Pariser Feuerwehr), das Arbeiten innerhalb der „Entente“, die Aufzählung der unzähligen Versammlungen und, und, und…. Dem aufmerksamen Leser gelingt es dennoch an Hand vorliegender Zeilen sich annähernd ein Bild von dem großen Betätigungsfeld unseren Freiwilligen Feuerwehren zu verschaffen. Niemand kann glauben, dass das schreckliche Gesicht des Feuerdämons endgültig in das Reich der Vergessenheit verbannt worden ist. Urplötzlich taucht er ab und wieder auf und versetzt alle in panische Angst. Mal kommt er mit dem Flugzeug, mal im Tankwagen einer Ölfirma oder in Gestalt eines Brandstifters.

Zum Abschluss einige Bemerkungen die mehr allgemeiner Natur sind. Zum Datum des 01.01.88 zählte der „Letzebuerger Pompjéesverband“ genau 8215 Mitglieder. Relativ zu andern Ländern halten wir den absoluten Weltrekord in punkto Mitgliederzahl, denn jeder 40. Luxemburger ist integriert in irgendeinem freiwilligen Feuerwehrverein. Der Zentralvorstand setzt sich aus den Delegierten den 13 Kantonalverbände sowie den Präsidenten (Henri Funk), den Vizepräsidenten (Fr. Reuter und André Simon) dem Generalsekretär (Rob. Jones) und dem Generalkassierer (Ben. Altmann) zusammen. Delegierte des Kantons Mersch ist Henri Schuller. Der Ausbildungs- und Materialzustand unserer Wehren wird allerorts mit der Note sehr gut bewertet. Die Einsätze beschränken sich heute nicht nur auf den klassischen Brand sondern verteilen sich auf verschiedene technische Sparten: Verkehrsunfälle, Mineralölpannen, Einfangen von Tieren aller Art (z.B. Bienen, Wespen usw.), Sturmschäden, Aussperrungen aus der eigenen Wohnung (Schlüssel verloren) usw. Bewegte sich die Zahl der Gesamteinsätze unserer Feuerwehrkompanien im Jahr 1970 um 1500 so vervierfachte diese Ziffer sich in letzter Zeit gewaltig. Beispielsweise wurden die Wehren 1987 etwa 1375 Mal zu kleineren und größeren Bränden gerufen und rund 4000 Mal zu so genannten technischen Einsätzen abkommandiert. Hierzu bedarf es viel Training und Aufopferungsgeist. Besonders die Anwerbung von jungen, tatkräftigen Mitbürgern ist blutnotwendig. Wenn es gelingt immer wieder Elemente den Freiwilligen Feuerwehren zuzuführen, dann können wir getrost mit Dicks sagen:

DIR BIERGER SCHLOFFT NUN ALL A ROU,
D’STAD, DEI WÄERT NET VERBRENNEN:
DER SECHERHEET ASS EMMERZOU
AM POMPJEE SENGEN HÄNNEN.

Roger HILBERT

Quellennachweis:

  • Archives Ville de Mersch
  • Archives Corps des Sapeurs-Pompiers
  • Verschiedene Berichte erschienen in den Landerzeitungen
  • Verschiedene Berichte in PSH und OH
  • Verschiedene Berichte in Broschüren von Nachbarwehren
  • Feuerlöschwesen im Laufe der Jahrhundert (MAJIRUS)
  • Geschichten der Entwicklung des Feuerlösch- und Rettungswesen in der zivilisierten Welt (P. Christnach)

 

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